Wir hatten uns endgültig entschlossen, kein Bodengutachten erstellen zu lassen. Für eine Belastung mit Abfällen und Altlasten gab es keine Anhaltspunkte, und ein Bekannter, der Beruflich solche Gutachten erstellt, meinte wild auf gut Glück zu Bohren wäre zu teuer und zu wenig erfolgversprechend. Von einem bodenmechanischem Gutachten riet man uns bei der Firma EKB ab, weil die Beschaffenheit des Bodens aufgrund von Erfahrungen mit Bauvorhaben in der Nähe bekannt sei. Und siehe da: Plötzlich wussten viele der zukünftigen Nachbarn von schlimmen Giften zu berichten, die der böse Vorbesitzer im Garten vergraben hätte. Unter Anderem war von Asbest die Rede, was übrigens ungefährlich ist, lässt man es nur im Boden liegen. Uns wurde von heimlich gegrabenen Löchern berichtet, die am Morgen nach Ihrer Entdeckung schon wieder zugeschüttet waren, nachdem irgend etwas geheimnisvolles darin verschwunden sein musste. Bei genauerem Nachfragen wurden aus dem Asbest zwar zunächst Eternitplatten und etwas Bauschutt und dann sogar irgendwie eher Blumenerde, aber das Ganze machte uns doch etwas nervös. Vor allem mich. Irgendwann, vor etwa 3 Wochen, liehen wir uns also bei Boels (die verleihen fast alles) einen Zweimannbohrer aus und ich perforierte, gemeinsam mit meinem Bruder, das Grundstück etwa 15 mal, jeweils etwa einen Meter tief. Dies vor allem am Rand des noch zu erstellenden Fundamtentes, weil der Müll an diesen Stellen besonders stören würde. Wir bohrten also 15 bis 20 Löcher. Ich habe nicht genau mitgezählt: Und so sieht so ein Loch von der Seite aus: Und nun stellt euch vor, was wir ausser Dreck, Steinen und etwas verfaulten Holz gefunden haben: Blumenerde. Ungefähr fünf kleine Pötte voll.